Unter der Lupe: Der Dämmerwald

Veröffentlicht am 10. Dezember 2013 von Kathrin in News

Dämmerwald„Zu lange schon befindet sich unser Volk auf der Schwelle zu seinem Untergang, das wissen wir alle. Der Zyklus muss beendet werden und wir werden uns erneut erheben.
Und die Zeichen eines neuen Zeitalters sind da: der Wind spricht mit mir, er drängt mich immer öfter zu meinem letzten Flug. In den letzten beiden Monaten hat die Himmelsschwinge ihren Schatten drei Mal über unsere Täler geworfen. Morgen wird sie hier erneut eintreffen, zum dritten Mal im dritten Monat. Morgen werde auch ich dort sein, um ein letztes Mal einen Flug mit ihr zu wagen. Sie wird mich zu meinem letzten Bestimmungsort tragen. Wir sehen uns in meinem nächsten Leben, Bruder.“
– Imaae Sternenflug, die letzte Calai

Der Dämmerwald

Im Süden von Lorakis erstreckt sich, hinter den weißen Sandstränden des Schädelgrundes und im Norden begrenzt von Schimmerklinge und Silbergrat, die grüne Wand des Dämmerwaldes.

Reisende, die den Weg in den Wald wagen, sollten ein letztes Mal die Sonne genießen – sie werden sie eine lange Zeit nicht mehr direkt zu sehen bekommen. Das Blätterdach der Urwaldriesen ist dicht und gewährt Reisenden allenfalls ein dämmriges Zwielicht, dass die zahlreiche Geheimnisse des Waldes verschleiert. Die Reise ist beschwerlich: Dichtes Unterholz hindern ein Vorankommen ebenso wie das schwüle Klima und die allabendlichen Regenstürze. Das Leben pulsiert, es scheint keine Pflanzen zu geben, die hier nicht wachsen. Die Tierwelt ist allgegenwärtig und gibt dem Reisenden das Gefühl ständig beobachtet zu werden.

Wer den Dämmerwald zum ersten Mal betreten hat, wird anhand der Baumriesen, die weit über hundert Meter hoch werden können, schnell merken, dass in diesem Wald andere Dimensionen herrschen. Dass hier zudem Kreaturen leben, die groß und kräftig genug sind, durch diese Wildnis eine Schneise zu schlagen, hinterlässt bei vielen ein Gefühl der Hilflosigkeit – im Dämmerwald wartet eine neue Welt…

Bestien und Caiyu

Zahlreiche Gefahren lauern in der unbekannten Wildnis des Dämmerwaldes. Selbst erfahrene Wildniskundige und Naturforscher wird die Vielfalt der hiesigen Tierwelt zum Staunen bringen, denn so manche Tiere lassen sich nur hier finden. Doch das Staunen wird schnell zu Entsetzen werden, wenn durch das Unterholz die Tentakel und die Köpfe eines Farnschlingers brechen oder ein mächtiger Lederbulle sich seinen Weg durch den Wald kämpft und dabei alles niedertrampelt, was sich ihm in den Weg stellt.

Doch das sind bei weitem nicht die größten Gefahren: der Dämmerwald beherbergt die Gottesbestien oder Caiyu – Kreaturen von unbekannter Herkunft und titanischer Größe. Jeder einzelne soll unermesslich groß und der einzige seiner Art sein. So kennen die Dämmeralben zum Beispiel Calai, die Himmelsschwinge, einen Vogel, dessen Schwingen angeblich die Sonne verdunkeln sollen, oder Targithan, den großen Wurm, der tief unter der Erde seine Tunnel gräbt. Viele der Caiyu sind den Dämmeralben nur noch aus Legenden bekannt.

Die Dämmeralben

Doch trotz all der Gefahren gibt es ein Volk, dass es schafft hier zu überleben: die Andarai – die Dämmeralben.

Die Dämmeralben haben sich mit dem Wald arrangiert: Gesandte, die als Stimmen des Waldes und der Gottesbestien gelten und die Kamai oder Waldbrut genannt werden, leben unter den Alben als Gesandte in Aandhar, die Stadt der Sonne.

Die meisten Andarai leben in ihren Sippen über den gesamten Dämmerwald verstreut. Richtige Städte wie Aandhar gibt es nur wenige, und diese werden meist von einem der drei Andrianar (Könige) der Dämmeralben regiert. Jeder Andrianar steht für einen Aspekt der Existenz, an den die Andarai glauben: das Leben, die Geisterwelt und der Tod. Dieser Zyklus wird von jedem durchlaufen, auch von ihrem Volk im Allgemeinen. Ein Dämmeralb fürchtet sich daher nicht vor dem Tod, er rechnet schließlich fest mit einer Wiedergeburt.

Die Dämmeralben sind sehr naturverbunden und gehen oft eine seelische Verbindung mit einem tierischen Gefährten ein, der sie ein Leben lang begleiten und ihnen beistehen wird – auch während ihrer Wanderjahre, in der sie sich auf die Reise begeben, um die Welt zu entdecken und welche Rolle sie in dieser einnehmen werden.

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