Unter der Lupe: Der Mahaluu-Archipel – Zu schön, um wahr zu sein?

Veröffentlicht am 8. Oktober 2013 von Lars in News

Unter-der-Lupe_Mahaluu

Einst trafen sich Niantaui und Adalu unter der Sonne, über den Wassern. Niantaui sprach: ‚Liebe‘, Adalu sprach ‚Lust‘, und die Wasser wurden aufgewühlt von ihrem Spiel. Niantaui sprach ‚Ruhe‘, Adalu sprach ‚Labsal‘, und die Inseln erhoben sich ihnen zum Lager. Süßer Tau war ihnen Erfrischung, und reife Früchte ihre Stärkung. Niantaui sprach ‚Schatten‘, Adalu sprach ‚Kühle‘, und es wuchsen ihnen der Dschungel und die laue Nacht. Niantaui erblickte die Nacht. Er sprach ‚Liebe‘, und die Nacht gebar ihm die Sterne. Da sprach Adalu ‚Zorn‘, und die Berge brannten in ihrem Feuer. Niantaui aber sprach ‚Kanatauna‘, und Adalu vergaß ihren Ärger und gebar ihm seinen Sohn. Wir Mahaluu kamen. Niantaui sprach ‚Heimat‘, und wir blieben. Adalu sprach ‚Freude‘, und wir tanzten. So wurde die Welt, und so ist die Welt gut.“

– Schöpfungssage der Mahaluu, wie sie heutzutage erzählt wird

Zuletzt haben wir für Euch Tir Durghachan „unter die Lupe“ genommen. Heute setzen wir diese kleine Artikelreihe über Regionen von Lorakis fort und wechseln das Setting: Von den kargen Hochländern der Durghach schwenken wir hinüber in die tropischen Gewässer des Mahaluu-Archipels, wo ein naiv-unbeschwertes Volk von Insulanern ein beinahe sorgenfreies Leben führt.

Der Archipel

Die Inseln der Mahaluu liegen südlich des Schädelgrunds und westlich der Küste Arakeas. Der gesamte Archipel wird von einem ringförmigen Riff umschlossen, das eine natürliche Barriere sowohl zur Taitaniwa (der „Bucht der Wasserwesen“) und dem dahinterliegenden Dämmerwald als auch zu den Jagdrevieren der Schädelkorsaren bildet.

Im Schutz des Riffs gedeiht das Leben auf der Inselgruppe prächtig: Die Vegetation ist üppig und beschert den Insulanern allerlei Obst, Kokosnüsse und eine große Auswahl an Kräutern, die nicht nur das Essen würzen, sondern auch die Sinnes- und Geisteszustände ihrer Nutzer in mancherlei Weise beeinflussen sollen, wenn man sie zu nutzen weiß. Die Gewässer sind fischreich, und erfreulicherweise gibt es zwar viele Insekten, aber nur eine einzige, just entdeckte Art, die sticht. Die größten Raubtiere sind eingeschleppte Ratten auf den äußersten Inseln, die dort ihrerseits als willkommene Fleischportion gefangen werden.

Die inneren Inseln sind vulkanischen Ursprungs, doch ist nur einer der Feuerberge noch aktiv: der heilige Vulkan Ruraroate.

Die Mahaluu

Das braunhäutige, mandeläugige Menschenvolk, das vor langer Zeit den Archipel bevölkert hat, lebt unbeschwert in den Tag hinein, wie es sein Hauptgott Niantaui lehrt. Die Mahaluu sind Fischer und Sammler, vor allem aber genießen sie die überreichlichen Gaben der Götter. Sie feiern ausgelassen, lieben ohne Reue und kennen wenig Grund für Streit. Das war wohl nicht immer so, denn aus alter Zeit sind ihnen Tanzkleider und Werkzeuge überliefert, die Außenstehende heute als archaische Rüstungen und Waffen identifizieren würden. Nun schneiden magische Holzschwerter und Steinäxte Bananenstauden oder helfen beim Bau von Auslegerbooten. Mit denen fahren die Mahaluu auf Fischfang und besuchen die Nachbarinseln, um Ehen zu vereinbaren und so weiteren Anlass zu Tanz und Gelage zu haben.

Fast könnte man meinen, das Leben hätte es ein wenig zu gut mit ihnen gemeint, hm?

Ruraroate – der heilige Vulkan

Der Feuerberg im Herzen der Hauptinsel ist für die Mahaluu ein von den Göttern besonders berührter Ort. Hier feiern sie ihre heiligsten Zeremonien in einer Stadt, die allein zu diesem Zweck existiert und sicherlich das halbe Insulanervolk beherbergen kann.

Hin und wieder grollt der Vulkan und will besänftigt werden. Dann tanzen die Mahaluu für ihn, verbrennen die berauschenden Kräuter und singen ihn wieder in den Schlaf. Früher, so heißt es, war der Vulkan manchmal so erhitzt, dass er nur mit einem Besucher milde zu stimmen war, der ganz zu seiner Unterhaltung bei ihm in feuriger Tiefe blieb. Die Priester hoffen stets, dass solch ein Opfer nicht mehr notwendig sein wird – oder dass dann wenigstens ein Fremder auf die Insel kommt, den man nicht so sehr vermissen würde wie einen eigenen Sohn oder eine Tochter der Inseln. Dann wird man mit ihm feiern, ihm das gute Mangobier von Unaroaki zu trinken geben, und das Kraut, das schöne Träume schenkt, bevor das Fest auf dem Gipfel seinen Höhepunkt erreicht.

Was der Zorn des Vulkans wirklich bedeutet, das haben die Mahaluu leider im Laufe vieler Generationen im Paradies fast vollständig vergessen. Nur die letzten, verlachten Priester des Gottes Kanatauna ahnen noch, dass ihre Lehren und Riten, die Tapferkeit und Tüchtigkeit erfordern, einst großen Wert besessen haben müssen. Dass da etwas im Ruraroate wohnt, das ihre Aufmerksamkeit erfordert, und das gewiss nicht bloß wie ein Kind in den Schlaf gewiegt werden möchte, wenn es schlechte Träume plagen. Die Mahaluu haben vergessen – und vielleicht wird sie das eines Tages noch teuer zu stehen kommen.

Lust auf mehr? Der Mahaluu-Archipel wird natürlich im Weltband beschrieben. Als Beta-Tester werdet Ihr ihm sogar schon früher einen Besuch abstatten können: Packt die Badehosen ein, und macht den Mahaluu beim Dopingtest keine Schande, denn wir laden Euch Kanatauna zu Ehren zum sportlichen Wettstreit ein!

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