Unter der Lupe: Wintholt

Veröffentlicht am 30. Oktober 2013 von Ask in News

Wintholt„Als das Weiße Jahr kam, wich der Winter nicht mehr dem Frühling. Ohne Unterlass wehte der Frost über das Land. Zuerst starben die Felder. Dann starben die Kinder. Dann starben all die anderen, die nicht stark genug waren, der Kälte zu widerstehen, dem Hunger, den Bestien, die von Norden in unser Land drangen. Jene, die überlebten, scharten sich um die Feuer, und sie sprachen von alten Legenden, und sie wisperten: Der Eisdrache war nicht besiegt, und sein Atem zog über die Welt.“
– Saewyn die Sängerin, in einem Gasthaus in Albronnen

Das Land des Winterwaldes

Hoch im Norden Dragoreas geht die Landschaft in weglose Wildnis über. Wer den Abhinbeg überquert, der taucht in dichte, schier endlose Wälder ein. Man lässt die Straßen und die Sicherheit Selenias hinter sich zurück – und ist alleine.

Tage und Wochen kann man durch Wintholt, den Winterwald, streifen, einsam und alleine, im Schatten dichter Laub- und Nadelbäume, auf denen im Winter schwer die Schneemassen liegen. Je weiter man nach Norden kommt, desto dichter und dunkler werden die Wälder, desto kälter wird das Wetter, bis das Land schließlich in die Frostlande übergeht, ohne, dass man je eine sichtbare Grenze überschreitet.

Und doch: Wintholt ist nicht so leer, wie es scheint. Unverhofft tauchen in den dunklen Wäldern mächtige Ruinen auf, die Überreste gefallener Festungen aus uralter Zeit. Sie liegen leer und verlassen, schon seit Jahrhunderten oder länger. Nur wenige von ihnen werden noch heute von den Bewohnern von Wintholt genutzt, die die alten Herren der Ruinen nicht verstehen, aber sich doch zunutze machen, was diese errichtet haben. Dort und verstreut in einsamen Wehrhöfen, kleinen Siedlungen und wenigen größeren Städten leben die Menschen und Alben von Winhtolt.

Waldläufer und Albenfreunde

Verstreut über das riesige Gebiet, das zum Königreich Wintholt zählt, leben Menschen und Alben harmonisch Seite an Seite. Ein uralter Pakt, vor fast tausend Jahren geschlossen, hat sie einander in Freundschaft verbunden, und diese Freundschaft halten beide Seiten aufrecht.

Die Wintholter sind ein zäher und rauer Schlag, der sich dem Leben in den endlosen Wäldern und den langen und kalten Wintern mit Stolz und Traditionsbewusstsein entgegenstellt. Sinn für Familie und Gastfreundschaft sind die Werte, die jeder pflegt – denn wer weiß, wann man einmal, verloren in der kalten Wildnis, selbst auf Gastfreundschaft angewiesen ist.

Der nahe Immersommerwald und die vielen Alben, die sich unter die Menschen von Wintholt gemischt haben, haben zu einer Anpassung der Kulturen aneinander geführt. Eines der berühmtesten gemeinsamen Produkte aus albischer Kunstfertigkeit und menschlichem Erfindergeist ist der berühmte Wintholter Langbogen, den viele Wintholter mit Geschick und Treffsicherheit zu führen verstehen. Dem König von Wintholt, Aelfric Schwarzhand, sagt man besonderes Können mit diesem Bogen nach.

Frostbestien und Eisdrachen

Vor langer Zeit, als noch die Drachlinge über Dragorea herrschten, war Wintholt ein Festungsland der Drachlinge, errichtet, um einen gewaltigen Eisdrachen aus den Frostlanden daran zu hindern, in das Kernreich der Drachlinge einzudringen. Mit ihrem Fall jedoch fielen auch die Festungen, und eine Schar tapferer Menschen zog in den Norden, um die Wacht wieder aufzunehmen. Vereint mit einem Albenheer zogen sie gegen den Drachen. Niemand kehrte zurück, aber auch der Eisdrache wurde seitdem nicht mehr gesichtet. Niemand weiß, ob er getötet wurde, ob er schläft oder ob es ihn nie gegeben hat. Die Menschen und Alben, vereint durch den gemeinsamen Kampf und den gemeinsamen Verlust, ließen sich an dem Ort nieder, der heute das Reich Wintholt ist.

Immer noch dringen Winter für Winter von Norden grausame Frostbestien über die Grenzen nach Wintholt. In den Liedern der Barden und den Sagen der Wintholter sind sie einst die Diener des Drachen gewesen. Und spätestens, seit die Sichtungen zunehmen und der alte König von Wintholt bei einem Zug in den Norden, um den Grund für die häufigen Angriffe zu erfahren, verschollen ist, werden die ersten Gerüchte wieder laut: Könnte der Drache zurückgekehrt sein?

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